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Multisig und Passphrase im Erbfall: was Angehörige zusätzlich brauchen

Wer seine Kryptowerte besonders gut schützen will, nutzt oft eine zusätzliche Passphrase oder eine Multisig-Wallet, bei der mehrere Schlüssel zusammenkommen müssen. Beides erschwert einen Diebstahl. Es erschwert aber auch den Erbfall: Selbst wer die Wiederherstellungsphrase findet, kommt damit allein oft nicht an die Werte. Dieser Ratgeber erklärt, was zusätzlich fehlt und was Sie für Ihre Angehörigen notieren können.

Kein Rechts- oder Steuerrat. Dieser Text erklärt Zusammenhänge allgemein. Fragen zum Erbrecht und zur Steuer klären Sie mit einem Notar, einer Fachanwältin bzw. einem Fachanwalt oder der Steuerberatung. Wir empfehlen keine Apps, Anbieter, Geräte oder Dienste.

Die Passphrase: ein zusätzliches Wort, das niemand errät

Viele Wallets erlauben, die Wiederherstellungsphrase (12 oder 24 Wörter) mit einer frei gewählten Passphrase zu ergänzen. Sie wird oft „25. Wort“ genannt, kann aber jede beliebige Zeichenfolge sein. Die Phrase und die Passphrase ergeben zusammen eine eigene Wallet.

Für Angehörige ist ein Punkt entscheidend: Eine falsche oder fehlende Passphrase erzeugt keine Fehlermeldung. Die Wallet-App öffnet dann einfach eine andere, leere Wallet. Wer nicht weiß, dass es eine Passphrase gibt, hält die Werte deshalb leicht für verloren oder schon ausgegeben.

Multisig: mehrere Schlüssel, ein Tresor

Bei einer Multisig-Wallet sind mehrere Schlüssel beteiligt, und für jede Ausgabe müssen mehrere von ihnen unterschreiben. Üblich ist zum Beispiel „2 von 3“: Es gibt drei Schlüssel, zwei davon genügen. Jeder Schlüssel hat meist eine eigene Wiederherstellungsphrase und liegt oft auf einem eigenen Gerät oder an einem eigenen Ort.

Das hat für den Erbfall Vorteile. Ein einzelner verlorener Schlüssel ist bei „2 von 3“ kein Totalverlust, und ein einzelner gefundener Zettel reicht einem Dieb nicht. Es gibt aber auch drei typische Stolperstellen:

  1. Die Anzahl. Angehörige müssen wissen, wie viele Schlüssel es gibt und wie viele davon nötig sind. Sonst suchen sie womöglich nach einem dritten Schlüssel, der gar nicht gebraucht wird, oder geben nach dem ersten Fund auf.
  2. Die Orte. Für jeden Schlüssel braucht es einen eigenen Hinweis, wo er liegt. Liegen alle an einem Ort, ist der Sinn von Multisig dahin.
  3. Die Wallet-Konfiguration. Das ist der Punkt, der am häufigsten fehlt. Siehe nächster Abschnitt.

Warum die Wiederherstellungsphrasen bei Multisig nicht reichen

Damit eine Software eine Multisig-Wallet wiederfindet, braucht sie neben den Schlüsseln auch die Beschreibung der Wallet: welche Schlüssel insgesamt dazugehören (auch die, die nicht unterschreiben), wie viele nötig sind und nach welchem technischen Verfahren die Adressen gebildet werden. Diese Beschreibung heißt je nach Software „Wallet-Konfiguration“, „Konfigurationsdatei“, „Backup-Datei“ oder „Output-Deskriptor“.

Wenn ein Dienst einen Schlüssel hält

Es gibt Angebote, bei denen ein Dienstleister einen der Schlüssel verwahrt und im Notfall mitunterschreibt, teils auch mit eigenen Abläufen für Erben. Andere Lösungen geben Werte erst nach einer vorher festgelegten Wartezeit frei. Was im Einzelfall gilt, regeln der Vertrag und die Hilfeseiten des Anbieters. Für Angehörige zählt: Sie müssen wissen, dass es diesen Dienst gibt, unter welchem Namen und mit welcher E-Mail-Adresse das Konto läuft und wo die Vertragsunterlagen liegen.

Was Angehörige nicht tun sollten

Was Sie für Ihre eigenen Angehörigen notieren sollten

Wie Sie Wissen und Zugang grundsätzlich trennen, beschreibt der Ratgeber Krypto vererben, ohne den Seed ins Testament zu schreiben. Was pro Gerät in die Unterlagen gehört, steht in der Notfallmappe für Hardware-Wallets, und Möglichkeiten für den Aufbewahrungsort vergleicht der Ratgeber Seed-Phrase aufbewahren.

Die Krypto-Vorsorgemappe

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Stand: Oktober 2026.